Entdeckung eines astronomischen Observatoriums aus dem Neolithikum in Sebnitz

Der Kaiserberg liegt tief im Buchenwald und ist die höchste Erhebung in der näheren Umgebung von Sebnitz. Auf seinem Gipfel liegt eine gewaltige Felsformation. Die Malerin Ilse Ohnesorge liebte diese Steine und wanderte dorthin, um sich zu entspannen und neue Kraft und Inspiration zu sammeln. Sie bezeichnete diesen Ort als „Wurzel ihrer Kraft“. 2004 hat man ihn „Ilse-Ohne-Sorge-Stein“ genannt und eine Tafel angebracht.

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Ilse-Ohnesorge-Stein mit Tafel

 

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Der gewaltige Felsen wurde in seiner Mitte gespalten und ein Steinkeil zwischen die beiden Teile getrieben.

 

Im Neolithikum war Europa nicht bewaldet. Durch die Eiszeit war die Vegetation verschwunden. Erst 2500 vor Chr. begannen in der Region wieder Bäume zu wachsen, was durch archäologische Pollen-Forschung belegt ist. Im Neolithikum und der Bronzezeit wurden überall in Europa astronomische Beobachtungen durchgeführt und dabei markante Felsen und Berge der Landschaft einbezogen. Ein wunderbares Beispiel dafür ist die Himmelsscheibe von Nebra.

Vom Kaiserberg konnte man im Neolithikum den Lilienstein sehen, da die Bewaldung fehlte. Der Lilielenstein liegt in einem Winkel von 270 Grad zum Kaiserberg. Vom Beobachtungspunkt Kaiserberg zum Ilse-Ohne-Sorge-Stein geht die Sonne zur Tag- und Nacht-Gleiche genau am Lilienstein auf (in einem Winkel von 270 Grad).

 

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Der künstlich geschaffene Felsspalt am Ilse-Ohne-Sorge-Stein hat einen Winkel von 288 Grad. Hier könnten die Mondphasen beobachtet worden sein. Weiteres überlasse ich den Astrologen zur Erforschung.

© Antje Riederer

Sebnitz, 08.02.2019